05.12.2009 / Königs Wusterhausen: Neonazis fordern "nationales Jugendzentrum"

 Am 5. Dezember demonstrierten etwa 650 Menschen gegen einen gleichzeitig stattfindenden Aufmarsch von knapp 280 Neonazis in Königs Wusterhausen bei Berlin.

 

Durch Sitzblockaden kam es von Beginn an zu starken zeitlichen Verzögerungen bei den Neonazis. Nur durch ein massives Polizeiaufgebot von insgesamt 800 Beamten aus mehreren Bundesländern wurde der Aufmarsch schliesslich durchgesetzt.

 

 

 

Ursprünglich hatte die neonazistische Demonstration schon am 10. Oktober 2009 stattfinden sollen. Nachdem es jedoch Anfang Oktober in Berlin zu einem Brandanschlag auf ein von Neonazis genutztes Lokal gekommen war, hatten am 10. Oktober 750 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet durch Berlin-Friedrichshain kurzfristig demonstriert.

 

Zugunsten dieses Aufmarsches hatten die "Freien Kräfte Königs Wusterhausen" als Veranstalter auf ihre Demonstration verzichtet. Im Gegenzug verlegten Berliner Neonazis aus dem Spektrum der so genannten "Autonomen Nationalisten" ihre seit 2003 alljährlich Anfang Dezember stattfindende Demonstration nach Königs Wusterhausen. Unter dem Motto "Jugend braucht Perspektiven" fordern sie seit Jahren ein "nationales Jugendzentrum" in Berlin.

Der Aufmarsch selbst wurde inhaltlich dominiert von den aktuellen Parolen der so genannten "Autonomen Nationalisten" wie "Nationaler Sozialismus-Jetzt".


Wie im Vorfeld erwartet, waren die TeilnehmerInnen vorrangig aus Berlin und Brandenburg angereist. Mehrheitlich kamen sie aus dem Spektrum der so genannten "Autonomen Nationalisten" und der militanten Berliner Neonaziszene, aber auch führende AktivistInnen der erst im November 2009 vom Berliner Innensenator verbotenen Kameradschaft "Frontbann 24" beteiligten sich an dem Aufmarsch genauso wie Funktionäre der ostsächsischen NPD. Die Ordnerstruktur der Demonstration wurde wie schon in den Vorjahren in Berlin von Neonazis aus der Region Burg in Sachsen-Anhalt gestellt. Diese gelten szeneintern, als verlässlicher und erfahrener Zusammenhang für den "Schutz" von Neonazi-Veranstaltungen.


Mit unter 300 blieb die TeilnehmerInnen-Zahl deutlich hinter den Erwartungen von bis zu 600 zurück. Grund dafür dürfte nicht zuletzt der Termin-Tausch gewesen sein.

 
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