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01.05.2010 / Erfurt: "Gekommen, um zu bleiben." |
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Auch in Erfurt wollten am 1. Mai Neonazis demonstrieren. Unter der Regie der NPD waren etwa 400 TeilnehmerInnen erschienen, um unter dem Motto "Wir bleiben hier" aufzumarschieren.
Nach nur wenigen Hundert Metern mussten die Neonazis jedoch unverrichteter Dinge wieder abziehen. GegendemonstrantInnen und ein massives Polizeiaufgebot mit knapp 1000 Beamten hatten die Fortsetzung der Demonstration verhindert. An der Veranstaltung nahmen neben VertreterInnen so genannter "Freier Kräfte" auch der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt und weitere NPD-Kader der Bundes- und Thüringer Landesebene teil. Als Redner trat neben Voigt der Münchner "freie Nationalist" Philipp Hasselbach auf.
Von Anfang an stand die Neonazi-Veranstaltung unter keinem guten Stern. Obgleich in der Mobilisierung noch extra auf pünktliches Erscheinen wert gelegt wurde, waren zum geplanten Beginn um 11 Uhr lediglich 70 TeilnehmerInnen am Treffpunkt versammelt. Intensiv wurden die Neonazis von der Polizei kontrolliert, was ebenfalls zeitlichen Tribut forderte. An den Blockaden eines Bürgerbündnis beteiligten sich ca. 1000 Menschen und behinderten damit die Anreise von zwei Reisebussen mit bayrischen Neonazis. Erst zwei Stunden später als geplant konnte schlussendlich die NPD ihre Veranstaltung beginnen. Auch hier blockierten GegnerInnen von Anfang an die geplante Aufmarschroute und wurden durch PolizistInnen von der Straße geräumt. Währenddessen skandierte der Neonazi-Mob "Die Straße frei der deutschen Jugend". Einmal mehr griffen sie dabei direkt auf nationalsozialistische Inhalte zurück. In der zweiten Strophe des "Horst Wessel-Liedes", der inoffiziellen Hymne des so genannten 3. Reiches, heisst es: "Die Straße frei, den braunen Bataillonen, Die Straße frei Dem Sturmabteilungsmann!"
Kurz darauf blockierte eine Gruppe von mehr als 300 Menschen die Aufzugsroute. Die Polizei sah sich ausserstande den Neonazis den Weg nochmals freizumachen. Diese reagierten mit einem Durchbruchsversuch, welchen die Beamten mit Pfefferspray- und Schlagstock-Einsatz zügig zurückschlugen. Die frustrierten Neonazis wurden nun komplett von der Polizei eingekesselt. Da ihnen keine Ausweichroute zur Verfügung gestellt wurde, lössten die Neonazis schliesslich ihre Versammlung entnervt auf. |